Barrierefreie Informationen auch im Katastrophenfall

20.03.2020

Die Ratsversammlung hat in ihrer Sitzung am Donnerstag, 19. März 2020, die Verwaltung beauftragt, ein Verfahren zu erarbeiten, das auch gehörlosen Kieler*innen im Katastrophenfall uneingeschränkten Zugang zu Informationen gewährleistet. Aktuell werde der Zugang zu Informationen für Bürger*innen zwar über Hotlines sichergestellt, erläutern die sozialpolitische Sprecherin Anna-Lena Walczak (SPD), Verena Heimann (Bündnis 90/Die Grünen) und Christina Musculus-Stahnke (FDP). Dies sei für gehörlose Menschen aber nicht barrierefrei. Deswegen solle der Einsatz von Telefon-Gebärdensprachdolmetschdiensten eingeführt werden. Bei diesen Diensten könnten gehörlose Menschen über eine App Kontakt zu einem*einer Dolmetscher*in herstellen, welche*r dann wiederum den Kontakt zur Hotline herstelle. Gehörlose könnten so barrierefreien Kontakt zur Stadt herstellen und Fragen klären.

Walczak, Heimann und Musculus-Stahnke erklären: „Gerade in der aktuellen Situation hat sich gezeigt, dass uneingeschränkter Zugang zu Informationen wichtig ist und im Zweifelsfall Leben retten kann. Im Zusammenhang mit dem Corona-Virus ist es wichtig, dass Gehörlose ihre Fragen stellen können, um sich richtig zu verhalten und Unsicherheiten aus dem Weg zu schaffen.“ In der Vergangenheit sei schon bei Bombenentschärfungen aufgefallen, dass Gehörlose schlechteren Zugang zu Informationen hätten. Hier habe Ordnungsdezernent Christian Zierau als Übergangslösung einen Zugang zur Verwaltung per Mail und Fax geschaffen. Dies sei als Übergangslösung sinnvoll, jedoch nicht barrierefrei. Viele Gehörlose hätten ein schlechteres Verständnis der deutschen Schriftsprache, sodass ihnen das Schreiben und Verstehen von Mails schwer falle.

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