Startup Monitor 2016

14.06.2017

Betr.: Startup Monitor 2016

Vorbemerkung:
Im Deutschen Startup Monitor 2016 wurden im Rahmen einer Befragung von Gründerinnen und Gründern u.a. folgende Punkte als Erwartungen an die Politik angegeben:

  • Abbau von regulatorischen und bürokratischen Hürden
  • Besseres Verständnis für die speziellen Belange von Startups
  • Bessere Unterstützung von Gründern
  • Unterstützung bei der Kapitalbeschaffung / Unterstützung von Wagniskapital

Vor diesem Hintergrund stelle ich folgende

Kleine Anfrage

  1. Welche Möglichkeiten sieht der Oberbürgermeister und Wirtschaftsdezernent, auf kommunaler Ebene bei den genannten Punkten Verbesserungen zu erreichen?
  2. Welche konkreten Pläne verfolgt Oberbürgermeister und Wirtschaftsdezernent hierfür?

gez. Ralf Meinke
stv. Fraktionsvorsitzender

f. d. R. Peter Helm
Fraktionsgeschäftsführer

 

Antwort auf die Kleine Anfrage
Drucksache 0598/2017
Kleine Anfrage des Ratsherren Ralf Meinke
(FDP-Ratsfraktion) vom 14.06.2017 zur
Ratsversammlung am 20.07.2017

 

Die zur Sitzung der Ratsversammlung am 20.07.2017 gestellte Kleine Anfrage beantworte ich wie folgt:

Frage 1:
Welche Möglichkeiten sieht der Oberbürgermeister und Wirtschaftsdezernent, auf kommunaler Ebene bei den genannten Punkten a. bis d. Verbesserungen zu erreichen?

Antwort:
a. Abbau von regulatorischen und bürokratischen Hürden:

Auf kommunaler Ebene lassen sich solche Hürden vor allem durch Kommunikation, Information und Beratung sehr niedrig halten. Mit der Kieler Wirtschaftsförderung und Strukturgesellschaft mbH (KiWi) und dem Referat für Wirtschaft gibt es zwei städtische Einheiten, die (nicht nur) auf diesem Feld sehr eng zusammenarbeiten und nach außen als einheitlicher Ansprechpartner für die Wirtschaft auftreten. Darüber hinaus wird im Kontakt zu den Einrichtungen des Landes darauf hingewirkt, das bürokratische Hürden auf Landes- und Bundesebene identifiziert und gegebenenfalls gesenkt bzw. beseitigt werden.

b. Besseres Verständnis für die speziellen Belange von Startups:

Vor allem die KiWi steht im engen Kontakt mit Gründerinnen und Gründern sowie Startups. Auch das Referat für Wirtschaft steht jungen Firmen zur Seite. Zum besseren Verständnis für die speziellen Belange von Startups, stehen Austausch und Information an erster Stelle, sei es auf institutioneller Ebene oder seitens der Startups direkt. Ein regelmäßiger Austausch über die Belange und diverse Gründungsaktivitäten findet zwei- bis dreimal jährlich im sogenannten Arbeitskreis für Existenzgründung statt. Hier sind alle Akteure in Kiel, die sich mit dem Thema Gründung beschäftigen vertreten. Ein direkter Austausch mit den Gründern erfolgt bei individuellen Beratungsterminen und bei diversen Netzwerk-Veranstaltungen. Der Kiwi-Gründungsservice bietet individuelle Beratungsleistungen zu verschiedenen Themen: z.B. Geschäftsmodell-Entwicklung, Konzepterstellung, Finanzierung und Fördermöglichkeiten. Diese werden gut genutzt. Die KiWi steht über den genannten Arbeitskreis hinaus im engen Kontakt und Austausch mit anderen Institutionen: opencampus, das Zentrum für Entrepreneurship der Universität (ZfE), Fachhochschule, Wirtschaftsakademie, der Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Landes (WTSH) und dem Frauennetzwerk zur Arbeitssituation. Gemeinsame Veranstaltungsformate wie Prototyping Week, Waterkant Festival, Startup-Friday oder Kieler Unternehmerinnentag werden für Gründerinnen und Gründer und  Gründungsinteressierte geplant und gemeinsam umgesetzt. Auch der GründerCup KielRegion bietet Gründern eine Möglichkeit, sich im Vorfeld auszutauschen und Geschäftsmodelle bzw. Konzepte von den Veranstaltern überprüfen zu lassen.

c. Bessere Unterstützung von Gründern:

Das Unterstützungsangebot seitens der KiWi steht auf drei Säulen: Beratung, Qualifizierung und Vernetzung. Wie bereits beschrieben werden individuelle Beratungsleistungen zu verschiedenen Themen und in verschiedenen Gründungsphasen angeboten und nachgefragt. Diese werden stetig überprüft, um sie kontinuierlich zu verbessern und auszubauen. Qualifizierungsmaßnahmen werden in Kooperation mit anderen Institutionen wie oben genannt durchgeführt. Auch die erwähnten gemeinsamen Veranstaltungsformate dienen diesem Ziel. Auch der oben erwähnte GründerCup KielRegion schafft einen Rahmen zur Unterstützung. Das Referat für Wirtschaft übernimmt u.a. die Aufgabe, Kontakte zu städtischen Ämtern zu erleichtern.

d. Unterstützung bei der Kapitalbeschaffung / Unterstützung von Wagniskapital:

Beratungen rund um das Thema Finanzierung und Fördermöglichkeiten bietet die KiWi regelmäßig an. Sie vermittelt auch Kontakte zu anderen relevanten Institutionen. Bei der Beantragung von Gründer- und Mikrokrediten sowie bei diversen Fördermöglichkeiten sei es auf Landes- oder auf Bundesebene, wird beratend unterstützt, Hilfestellung gegeben und ggfs. an andere Stellen weitergeleitet. Die Wirtschaftsförderung unterstützt darüber hinaus auch bei der Initiierung und Durchführung von Crowdfunding-Kampagnen. Darüber hinaus ist die KiWi dabei ein Business-Angel bzw. Investoren-Netzwerk in Kiel aufzubauen, zu etablieren und zu vernetzen. Zukünftig geplant ist, in Kooperation mit opencampus, der Aufbau eines Inkubators, wo Investoren als Coach und Mentoren und auch bei der Finanzierung in der Pre-Seed und Seed-Phase unterstützen.

 

Frage 2: Welche konkreten Pläne verfolgt der Oberbürgermeister und Wirtschaftsdezernent hierfür?

Antwort:
KiWi und Referat für Wirtschaft arbeiten an kontinuierlichen Verbesserungen der oben erwähnten Maßnahmen. Weitere konkrete Hinweise zu den Bedürfnissen und zur Verbesserung des Umfelds für Gründerinnen und Gründer sowie Startups werden sich werden sich u.a. daraus ergeben, dass die Verwaltung der Landeshauptstadt unter Federführung des Referates für Wirtschaft (zusammen mit externen Akteuren wie den Kammern) die Wirtschaftsfreundlichkeit der Prozesse überprüfen wird. Auch die digitale Strategie der LHK soll Verbesserungen für Gründer und Unternehmen bringen. So werden im Rahmen der Digitalen Woche auch Unterstützungsangebote für Startup-Unternehmen geschaffen, beispielsweise das Startup Summer Camp von Microsoft und dem Wirtschaftsministerium des Landes. Die Kontakte nach San Francisco und Aarhus haben u.a auch den Zweck, einen Blick auf die dortige Gründungsunterstützung zu werfen. Der Verein The Bay Areas und das geplante Verbindungsbüro Schleswig-Holstein nach San Francisco bzw. ins Silicon Valley sind auch für Gründer aktiv. Es ist weiterhin in Planung, in enger Absprache mit der Landesregierung mit dazu beizutragen, Schleswig-Holstein zu einem „echten Gründerland“ (Koalitionsvertrag) zu entwickeln und Unternehmertum, Existenzgründung und Startups zu fördern – wie das auch schon in der Landesentwicklungsstrategie Schleswig-Holstein 2030 angedacht worden ist.

Dr. Ulf Kämpfer
Oberbürgermeister

 

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