Schaffung eines Competence Centers für Startup-Gründungen

26.07.2017

Antrag

  1. Die Verwaltung wird beauftragt, spätestens im ersten Quartal 2018 einen Workshop zur inhaltlichen Ausgestaltung eines Competence Centers für Startup-Gründungen in der Landeshauptstadt Kiel durchzuführen. Hierbei sind die unterschiedlichen Sichtweisen der Gründerinnen und Gründer, der Studierenden, der Verwaltung und der institutionellen Berater in Kiel aufzunehmen und um Best Practice – Beispiele zu ergänzen. Auf Basis der dadurch gewonnenen Erkenntnisse erstellt die Verwaltung ein Konzept zum Aufbau des Competence Centers. Ziel soll sein, dass das Competence Center noch im Jahr 2018 die Arbeit aufnimmt.
  2. Darüber hinaus soll dem Wirtschaftsausschuss ermöglicht werden, sich halbjährlich einen Überblick über die bei der Landeshauptstadt Kiel eingegangenen bzw. vorgetragenen Gründungsideen zu verschaffen, sie zu fördern und zu deren Umsetzung durch geeignete Maßnahmen beizutragen.

Begründung:
Im Wintersemester 2016/2017 wurde in Kiel die Veranstaltungsreihe „Kiel, be innovative!“ von den fünf Kooperationspartnern Zentrum für Entrepreneurship der CAU, Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit, kiel-starting city e.V., Liberale Hochschulgruppe und Bundesverband der mittelständischen Wirtschaft mit insgesamt sieben Themen durchgeführt. Thematisch ging es um folgende Punkte: „Das Gründerökosystem in Kiel“, „Gründerland USA: Vorbild für Deutschland?“, „Coworking als Innovationsschmiede“, „Gründen Frauen anders?“, „Trendsetting durch Startups“, „Schnecken, Muscheln Fisch – Kieler Gründerstories“ und „Gründergarage Deutschland“. Über mehrere Veranstaltungen wurde u.a. in den Kieler Nachrichten umfassend berichtet.

Ziel der Veranstaltungsreihe war es, das Thema Gründen in Kiel und Schleswig-Holstein einer breiteren Bevölkerung zu präsentieren und die Gesellschaft für das Thema zu begeistern sowie eine Vernetzung von Einzelakteuren, Unternehmen, Verbänden und Organisationen zu ermöglichen. Hierbei sind viele Kontakte entstanden, die sich gegenseitig unterstützen können.

Gründerszenen stehen in einem Zusammenhang mit der Industrie 4.0 und der fortschreitenden Digitalisierung in vielen Lebensbereichen. Die Digitalisierung und die Lebenseinstellung der Gründer sind von einer hohen Geschwindigkeit und dem 24/7 –Verfügbarkeitsansatz geprägt. Treffen nun diese Gründungswilligen auf die herkömmliche Verwaltung, die traditionell von umfassenden und komplexen Rechtsvorschriften geprägt ist, kommt es aus Sicht der Gründungswilligen immer wieder zu aus deren Sicht unnötigen Verwaltungshemmnissen bei der Umsetzung der Gründungsidee.

Die FDP-Fraktion möchte daher durch die Einrichtung eines „Competence Centers für Startup-Gründungen“ bei der Landeshauptstadt dafür Sorge tragen, dass zukünftig in Kiel keine Gründungsidee an Verwaltungshindernissen und an langen Zeitläufen scheitert. Das Prüfen einer Idee darf bei der Verwaltung nicht damit enden, dass die Idee an den vorhandenen Regeln geprüft wird. Vielmehr bedarf es umgehend einer individuellen Beratung, welche Alternativwege möglich sind und ob gegebenenfalls das vorhandene Regelwerk gründungsfreundlich ausgelegt bzw. geändert werden kann. 

gez. Ralf Meinke
stv. Fraktionsvorsitzender

f. d. R. Peter Helm
Fraktionsgeschäftsführer

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